Über mich

Ich bin Diplomingenieurin der Agrar- und Ernährungswirtschaft und lebe in Wien. Ursprünglich komme ich aus Lichtenau in Westfalen, wo ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, welcher bereits seit 1756 von meiner Familie bewirtschaftet wird. Auf dem Hof leben drei Generationen sowie Schweine, Hühner und Bruno - die ehrlichste und treuste Neufundländerseele. 

Lichtenau ist eine ostwestfälische Flächengemeinde mit 15 Dörfern, die sich auf 190 Quadratkilometern südlich des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge erstreckt. Die Region ist landwirtschaftlich geprägt. Es gibt noch in jedem Dorf Bauernhöfe. Insgesamt zählt Lichtenau mehr als 200 große, mittlere und kleine Betriebe, die im Haupt- und Nebenerwerb geführt werden.
Mein Heimatdorf Asseln und die Orte Lichtenau, Kleinenberg, Hakenberg und Herbram grenzen direkt ans Eggegebirge. Zwischen Hakenberg, Lichtenau und Asseln befinden sich die fruchtbarsten Böden der Gemeinde. Daher gibt es dort überwiegend Bauernhöfe mit Schweinehaltung und Rindermast. In Hakenberg und Lichtenau wird auch Biogemüse angebaut. Die Böden in Kleinenberg sind sandiger, weshalb die Höfe hauptsächlich auf viehlosen Ackerbau und Mutterkuhhaltung mit Grünlandbewirtschaftung spezialisiert sind. Die Höfe in Herbram sind im Vergleich klein strukturiert. Dort wurde die Landwirtschaft über Jahrhunderte von einem großen Gutshof geprägt, welcher heute rein forstwirtschaftlich betrieben wird. Aufgrund vieler kalkhaltiger Böden findet man dort vorwiegend Edellaubhölzer und Buchen im Wald vor. Der Name meines Heimatdorfes Asseln leitet sich übrigens von den althochdeutschen Wörtern "Asse" und "Lan" ab, was übersetzt "Eschenwäldchen" bedeutet.

Auf dem Hof meiner Familie wachsen sehr alte Eschen, Eichen und Buchen. Sie umsäumen Weideflächen, auf denen meine Großeltern früher Milchkühe und Schafe weiden ließen. Sie hatten auch Schweine und Hühner. Meine Großeltern stammen sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits von Bauernhöfen und waren direkte Nachbarn. Durch meine Eltern sind die Höfe in Asseln zu einem Betrieb zusammengewachsen. In den 80er-Jahren haben sich meine Eltern dazu entschieden, die Milchviehhaltung aufzugeben und sich auf die Schweinehaltung zu spezialisieren. Ich habe von Kindheit an das Spannungsfeld zwischen dem Leben auf unserem Hof, immer neuen politischen Rahmenbedingungen in der Tierhaltung und im Ackerbau, den Wünschen der Gesellschaft und wirtschaftlichem Druck miterlebt. Mittlerweile lebe ich seit mehr als zehn Jahren in Wien und betrachte das Geschehen in der Landwirtschaft aus der Distanz. Mir ist klar geworden, dass sich etwas ändern muss. 

Meine Nichte Carolin hat die Hühner zurück auf den Hof geholt. Ihre Leidenschaft begann mit Susi - einem weißen Huhn mit bereits hängendem Kamm, welches aus dem Dorf zu ihr auf den Hof geflattert kam. Das Huhn wartete jeden Tag auf der Deele auf Carolin. Das war der Beginn von etwas Neuem auf unserem Hof.
Meine Familie baute einen alten Abferkelstall in einen Hühnerstall um, sodass meine Nichte ihre Hühnerherde auf über 20 Hennen und einen Hahn aufstocken konnte. Ihre Tiere genießen verschiedene Strukturen, Staubbäder und Scharrräume, Auslauf ins Freie sowie die verantwortungsvolle Hingabe und Liebe meiner Nichte.
Es ist sehr wertvoll, dass die nächste Generation ihrem Herzen folgt und ihr Ding auf dem Hof macht. Neben Eiern verkauft sie auch Geflügel an Verwandte, Nachbarn und Freunde. Auf einem Familientreffen hat sie ihre Stammkundschaft sogar im urbanen Raum ausgebaut. 

Mit meinem Unternehmen habe ich mir die Basis geschaffen, mich selbst wertzuschätzen, mein Ding zu machen und die Werte der bäuerliche Kultur in der Gesellschaft zu verankern. 

Bist du bereit, deinem Herzen zu folgen und andere Menschen auf deinem Weg mitzunehmen?